Erneuter Pisa Schock!
Am 08. September 2026 wurde die internationale Bildungs-Vergleichsstudie „Pisa 2025“ veröffentlicht, die seitdem intensiv diskutiert wird.
Die Pisa-Studie (Programme for international Student Assessment) misst 760.000 Schüler:innen darin, wie gut die besuchten Bildungseinrichtungen sie auf das Leben und die Gesellschaft vorbereiten – sei es auf Ausbildung, Studium oder das spätere Berufsleben. Dabei geht es in den Aufgaben nicht um eine reine Wissensabfrage, die sich z.B. auf die Fähigkeit Dinge auswendig zu lernen konzentriert, sondern darum herauszufinden, wir gut die befragten Personen ihr Wissen auf Alltagsprobleme übertragen und dort anwenden können. Die Fragen konzentrieren sich auf die Bereiche Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften.
Möglich macht diesen Vergleich ein 2-stündiger Test, der alle drei Jahre auf internationaler Ebene mit 15-jährigen durchgeführt wird. Ziel der Studie ist ein Schulleistungsvergleich, indem weltweite Ähnlichkeiten und Unterschiede festgestellt werden. Bei der aktuellen Studie nahmen 6.700 Schüler:innen und 250 Schulen aus Deutschland teil.
Nachdem im Jahr 2000 die erste Studie publiziert wurde, die aufgrund der miserablen Testergebnisse der deutschen Schüler:innen den sogenannten Pisa Schock auslöste, wurden verschiedene Reformen umgesetzt und zeigten zunächst Erfolg. Seit 2015 ist dieser Aufwärtstrend jedoch rückläufig und so wurden in diesem Jahr die Tiefstwerte der in Deutschland bemessenen Leistungen festgestellt.*
Es zeigt sich zwar, dass dieser Leistungsabfall durchaus übergreifend stattfindet, in Deutschland wird er jedoch besonders deutlich und das Land bleibt unter dem EU-Durchschnitt zurück.
Laut Studie fehlen jedem dritten Jugendlichen grundlegende Kompetenzen.**
Ein Ergebnis, das auch wegen intensiver Social Media Nutzung und hoher Bildschirmzeiten zustande kommt – sie führen beispielsweise zu fehlender Konzentration beim Lesen von Texten. So werden diese mehrheitlich nur noch überflogen und die getesteten Schüler:innen kommen zwar zu schnellen, aber nicht qualitativen Antworten.
Besorgniserregend ist diese Entwicklung vor allem, weil gerade die Lesefähigkeiten und das daraus gewonnene Wissen entscheidend sind für kritisches Hinterfragen und die persönliche Meinungsbildung.
Darüber hinaus weisen die Ergebnisse darauf hin, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Elternhaus und Leistungsstand der Schüler:innen gibt und die familiäre Situation entscheidend ist für den schulischen Erfolg des Nachwuchses.
Kindern aus einem privilegierten Elternhaus verfügen so über einen deutlich größeren Wortschatz. Von ihnen sind 25% leistungsstark. Bei Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien sind es hingegen nur 2%.***
Als Kinder- und Jugendhaus BOLLE in Berlin-Marzahn beobachten wir schon seit geraumer Zeit, wie sich die soziale Schere –besonders im Bildungsbereich – zusehends vergrößert. Schüler:innen verlieren den Anschluss in den Bildungseinrichtungen und fallen zurück. Ihrem Potenzial wird man nicht gerecht und sie verlieren nicht nur den Glauben an sich selbst sondern auch daran, dass Bildung sich für die lohnt und auszahlt.
In unseren Bildungsbereichen bieten wir daher tägliche individuelle Förderung an: Sei es bei der Hausaufgabenbetreuung, dem Unterstützen bei der Erstellung persönlicher Lernpläne, kostenloser Nachhilfe, Prüfungsvorbereitung, bei Bedarf in Gesprächen mit Lehrpersonal und Schulen oder mit Motivationsanreizen.
So lassen sich z.B. durch regelmäßiges Lernen so genannte „Lernpunkte“ sammeln, die für Konzertbesuche, gespendete Markenkleidung oder die kostenlose Teilnahme an Ausflügen eingetauscht werden können.
Mit unseren Zeugnispartys zelebrieren wir außerdem den persönlichen Leistungsfortschritt und schaffen mit solch ermutigenden Events Selbstvertrauen und eine Stärkung des Durchhaltevermögens und der Disziplin.
Viele unserer Kinder lernen bei BOLLE zu lesen und haben die Möglichkeit ab der Einschulung persönliche Unterstützung zu erhalten.
Mit unserem täglichen Einsatz gegen Bildungs- und Kinderarmut fördern wir Chancengleichheit, unterstützen Persönlichkeitsentwicklung und bieten unseren Teilnehmenden echte Perspektive für ihren späteren beruflichen Werdegang.
*Pisa-Studie 2025: Warum die Ergebnisse deutscher Schüler abfallen
**Bildungstest: «Desaströs»: Deutschland bei Pisa-Studie so schwach wie nie | DIE ZEIT
***Bildungstest: «Desaströs»: Deutschland bei Pisa-Studie so schwach wie nie | DIE ZEIT