Reisebericht: Unsere Arbeit in der Ukraine unter verschärften Bedingungen
Unser Vorsitzender Eckhard Baumann war im Januar 2026 erneut in der Ukraine unterwegs. Im folgenden Bericht schildert er seine persönlichen Eindrücke und Begegnungen während dieser Reise unter deutlich verschärften Bedingungen.
„Vom 7. bis 15. Januar 2026 besuchte ich erneut mehrere unserer Kinder- und Jugendeinrichtungen in der Ukraine. Als ich in Kyiv ankam, gab es in der ersten Nacht die heftigsten russischen Angriffe auf die Stadt seit Kriegsbeginn. Obwohl ich ca. 20 km außerhalb in einem kleinen Dorf bei Freunden übernachtete, hörte und sah man die Einschläge der Drohnen und Raketen in der Hauptstadt.
Als ich am Ende meiner Reise wieder nach Kyiv zurückkam, waren in der Stadt bereits seit fünf Tagen alle Lichter und Heizungen ausgefallen – und das bei -15 °C. Es ist die schlimmste Krise seit Kriegsbeginn, und leider dauert sie an.
Während meiner Reise habe ich Znamyanka/Kroprinitzki, Odessa, Mykolaiev und Kyiv besucht. Dort habe ich die meisten unserer Teams getroffen, und wir haben die Programme der Kidsclubs, der Nothilfe sowie unsere beiden geplanten großen Sommercamps in den Karpaten für das Jahr 2026 abgestimmt.
Im Vergleich zu meinen früheren Besuchen (der letzte war im Oktober 2025) hat sich die Sicherheitslage in der Ukraine erheblich verschärft: Sowohl in Kyiv als auch in Odessa bekam ich mehrfach hintereinander laute Explosionen mit, meist in der Nacht – begleitet von Maschinengewehrabwehr. Besonders die russischen Shahed-Drohnen klingen wirklich schrecklich und terrorisieren die Zivilbevölkerung. Sie klingen wie ein Moped, und man weiß nie genau, wann und wo sie einschlagen. Nach einer Woche merkte ich, wie ich dünnhäutiger wurde – und wie schrecklich es sein muss, wenn man diesem Terror jeden Tag ausgesetzt ist.
„Die psychologische und seelsorgerliche Betreuung für alle Altersgruppen, die wir in unseren sieben ukrainischen Einrichtungen leisten, wird immer wichtiger – auch nach dem Krieg.“
Bewegend war für mich der Besuch in einem „Barackendorf“ in Mykolaiev. Dort besuchten und betreuten wir Binnengeflüchtete aus Cherson. Es hat mich sehr bewegt, was diese zumeist älteren Menschen über ihre Flucht und ihren Neuanfang nur rund 60 km hinter der Frontlinie erzählten.
Ermutigend war für mich zu sehen, wie sich unsere Teams um die Kids kümmern und welch großen Zulauf die Einrichtungen haben. Viele Kinder kennen mich bereits gut und springen mir bei der Ankunft in die Arme oder umringen mich.
Gespannt bin ich auf unser neues Projekt in Kyiv: Dort hat ein guter Freund von mir, den ich bereits seit 2008 kenne, einen Kidsclub eröffnet. Noch sind die Öffnungszeiten nur zwei bis drei Tage die Woche, aber bald wollen Vadim, Tanja und Vika, die ursprünglich aus Belarus kommen, diese Anlaufstelle täglich betreiben. Wie schön, dass sie als Belarussen hier den Ukrainern helfen! Als Straßenkinder e.V. nehmen wir sie gerne in unser Ukraine-Netzwerk auf.
Wir brauchen hier Generatoren und Stromspeicher – und davon jede Menge. Spenden Sie jetzt! Shchyro dyakuyu! Herzlichen Dank!“
Spendenkonto für die Ukrainehilfe:
Straßenkinder e. V.
SozialBank
IBAN: DE22 3702 0500 0003 2826 04
BIC: BFSWDE33XXX
VWZ: Ukraine Kidsclubs und Nothilfe