Von Author: Isabell Baumann | |
Category: Aktuelles

Auszeichnung mit dem IHB Hauptstadtpreis für Integration und Toleranz 2025

Dem Verein Straßenkinder e.V. wurde – nach einer erstmaligen Ehrung im Jahr 2015 – am Abend des 27. November 2025 bereits zum zweiten Mal feierlich der IHB Hauptstadtpreis für Integration und Toleranz verliehen. Nachdem im Jahr 2015 der zweite Platz von Straßenkinder e.V. belegt wurde, gewann der Verein in diesem Jahr den dritten Platz für sich. Schirmherr der Veranstaltung war der Regierende Bürgermeister Berlins, Kai Wegner, der sein persönliches Interesse an dem Projekt des Vereins bekundete. Überreicht wurde der Preis durch die Vorsitzende der Initiative Hauptstadt Berlin (IHB), Jane Martens, im Festsaal des Roten Rathauses in Berlin.

Der Berliner Hauptstadtpreis wurde bereits 2007 ins Leben gerufen und verfolgt das Ziel, soziale Projekte zu unterstützen. Im Schnitt bewerben sich über 500 Vereine, Projektgruppen und Institutionen auf die jährliche Ausschreibung. Wettbewerbsfähig sind laufende Projekte, die die Toleranz und Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, Behinderung oder aus benachteiligten Gruppen fördern.

In diesem Jahr überzeugte die Jury das eingereichte und bundesweit einmalige Bauprojekt von Straßenkinder e. V.: Das Straßenkinderhaus BUTZE.

Das Projekt ist eine Antwort auf die beständig ansteigende Zahl minderjähriger Obdachloser und soll Systemsprengern einen nachhaltigen Szeneausstieg ermöglichen. Die Expertise, die in das einzigartige Projekt einfließt, hat der Verein in seinen über 25 Jahren Wirkungszeit gewonnen. Seit den 2000er Jahren kümmern sich die Mitarbeiter um die Straßenkinder Berlins. Dies tun sie auf praktische Weise mit wöchentlichen Essensausgaben am Alexanderplatz, Angeboten von Wasch- und Duschmöglichkeiten, einer Kleiderkammer, sowie individuellen Beratungs- und Begleitangeboten auf dem Weg der Reintegration in die Gesellschaft.

„Wir sind im Rahmen unserer aufsuchenden Straßensozialarbeit dort, wo die Kinder und Jugendlichen ihren Lebensmittelpunkt haben“, sagt Eckhard Baumann, der das Geheimnis seiner erfolgreichen Arbeit in der Beziehungsarbeit des Vereins und dem daraus resultierenden Vertrauensverhältnis sieht. „Viele Kinder und Jugendliche, die auf der Straße leben, haben in ihrem bisherigen Leben wenig bis gar keine Verlässlichkeit oder Stabilität erfahren“, ergänzt er und sieht gerade hier eine Systemlücke, die die BUTZE zu schließen versucht.

Die BUTZE wird eine Begegnungsstätte auf sieben Etagen mit rund 40 verschiedenen Wohn- und Schlafplätzen – von Notübernachtungen bis zu Mikroapartments. Zudem sind eine Wärmestube, Büros für Sozial- und Rechtsberatung, Bildungsräume, eine große Kleiderkammer und mehr geplant.

Internen Schätzungen zufolge rechnet der Verein durch die BUTZE mit 3.000 bis 5.000 Notübernachtungen, 1.000 unterschiedlichen Kontakten und 2.000 bis 3.000 individuellen Beratungsgesprächen pro Jahr.

Das erhaltene Preisgeld wird im Sinne der Initiatoren für die Anschubfinanzierung der inhaltlichen Arbeit im Straßenkinder-haus BUTZE verwendet, das Anfang 2026 startet und für den fortlaufenden Bestand auf die dauerhafte finanzielle Unterstützung von Privatspendern und Förderern angewiesen ist.

Pressemitteilung

Weitere Informationen:

Informationen zum Straßenkinderhaus BUTZE

Jubiläumsbericht

Pressekontakt: Isabell Baumann, Hohensaatener Str. 20/20A, 12679 Berlin,

E-Mail: pr@strassenkinder-ev.de, Telefon: 030 / 300 244 550

Über Straßenkinder e.V.

Mehr als 6.500 Minderjährige leben in Deutschland auf der Straße. Straßenkinder e.V. wurde im Jahr 2000 gegründet und kümmert sich um Kinder und Jugendliche, die von Obdachlosigkeit betroffen sind. Mit dem Kinder- und Jugendhaus BOLLE engagiert sich der Verein außerdem präventiv für Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Verhältnissen und setzt sich für die Integration von geflüchteten Familien in unsere Gesellschaft ein. Auch in der Ukraine unterstützt der Verein Kinder und ihre Familien in Form von Nothilfe und mittlerweile sieben Kidsclubs. Der Verein finanziert sich zu fast 100 % aus Spenden und erreicht mit mittlerweile 45 hauptamtlichen und zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern täglich bis zu 250 Kinder und Jugendliche an vier Standorten in Berlin.